Client: Hekticket.de

Jahr: 2011

Status: Konzept

Der urban.stylebomber ist als urbane Stadtgalerie ein Katalysator für den Gestaltungsdrang der Menschen im öffentlichen Stadtraum. Der Wandel ist ein zentrales Thema. Die Außenhaut nimmt die Veränderung auf und hält sie fest.


Die Form begründet sich an den städtebaulichen sowie funktionellen Eigenschaften des Ortes, dem Potsdamer Platz in Berlin.

 

Der Potsdamer Platz ist ein bedeutender, historischer Teil Berlins. In seiner jetzigen Form ist das einer der jüngeren Bestandteile. Die Berliner identifizieren sich im überwiegenden Maße nicht mit den Potsdamer Platz, er wird eher von Touristen angenommen. 


Das Graffiti hat in Berlin eine lange Tradition: Die Mauer als weltgrößtes Graffitiobjekt, moderne Streetart in Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, den Hackeschen Höfen. Es ist ein universales Ausdrucksmittel urbanen Lebengefühls und Zeitgeistes und findet besonders unter Jugendlichen Anerkennung.

 

Vandalismus ist in Berlin ein ernstzunehmendes Problem, mit dem man umgehen muss, sobald man einen öffentlichen Pavilion konzipiert. Die Entfernung unerlaubter Graffiti an Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln verursacht nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Haus- und Grundeigentümer pro Jahr Kosten von bis zu 250 Millionen Euro. Der Entwurf hybridisiert die Funktion des Hekticket Verkaufs mit der Funktion einer Art Gästebuchs von Berlin.

 

Der Pavillion gliedert sich in 3 unterschiedliche Räume, für die voneinander unabhängige Nutzungen festgelegt werden können. Neben dem Ticketverkauf kann somit ein Raum als Verkaufsraum für Sprayutensilien und der andere als Projektorraum für eine Rückprojektion genutzt werden. Es wird komplett auf Außenwerbeflächen verzichtet, indem durch den starken Kontrast von Außenhülle und Inneren Bereich eine Spannung erzeugt wird.  


Die Formensprache ist streng geometrisch. Der Baukörper ist komplett in Dreiecken aufgelöst. Dies soll zum Einen eine möglichst hohe Variabilität der angebotenen Flächen (kleinteilig und großflächig, leichter und schwerer zugängige Formen, an der Wand, Überkopf auf der Decke, auf dem Boden, in der Ecke, exponiert oder versteckt...) bieten, um den unterschiedlichen Ansprüchen der Nutzer zu genügen, zum Anderen eine einfache  Konstruktion ermöglichen. Insgesamt lädt die Form zum Nachdenken ein, sie soll die Nutzer durch ihre unpräzise, schwer greifbaren Form inspirieren, selbst schöpferisch tätig zu werden. 


Einmal jährlich sollte eine Ausstellung stattfinden, welche als Momentaufnahme den Wandel der Außenhülle innerhalb einer bestimmten Zeit verdeutlicht. 


Ein Pavillion des ständigen Wandels, der geometrischen Formen, der Reflektion des Lebensgefühls der Weltstadt Berlin.